Start Tierfriedhofsordnung

 

 

ALLGEMEINES

 

  1. Die Tierfriedhofsordnung gilt für den Marburger Tierfriedhof.

  2. Der Marburger Tierfriedhof soll Tierfreunden die Möglichkeit geben ihre verstorbenen Heim-tiere an einem würdigen Ruheplatz legal zu bestatten.

  3. Der Marburger Tierfriedhof dient dem Begräbnis von Tierkörpern und -aschen i. S. d. § 5 Abs. 2 Tierkörperbeseitigungsgesetz und der EU-Verordnung 1774/2002. Das deutsche Tierische Nebenp. Gesetz und die Zulassungsauflagen sind Gebot.

  4. Der Marburger Tierfriedhof ist der Öffentlichkeit zugänglich. Der Besuch erfolgt auf eigene Gefahr. Die Grabpächter tragen jeder für sich die Verkehrssicherungspflicht, insbesondere die Streu- und Räumungspflicht.

  5. Der Pächter einer Grabstelle oder sein Beauftragter oder andere Personen die als Besucher auf den Friedhof gehen, erkennen diese Tierfriedhofsordnung in vollem Umfang an. Der Pächter hat bei mitgebrachten oder beauftragten Personen für die Einhaltung der Ordnung Sorge zu tragen und haftet persönlich.

 

NUTZUNGSZEITEN/PACHTDAUER UND -ENDE/UMBETTUNGEN

  1. Nutzungsrechte werden durch den Abschluss eines entsprechenden Vertrages mit dem Betreiber vergeben.

  2. Ein Anspruch auf die Einräumung eines Nutzungsrechts besteht nicht, es sei denn der Tierbesitzer ist Inhaber eines Vorsorgeplanes.

  3. Die Nutzungsrechte verlängern sich automatisch um die Frist von einem Kalenderjahr, wenn nicht 3 Monate vor Fristende eine schriftliche Kündigung der Tierfriedhofsverwaltung vorliegt. Liegt keine Verlängerung des Nutzungsvertrages vor, so wird die Grabstätte - nach Ablauf des Nutzungsvertrages - innerhalb eines Monats aufgelöst.

  4. Zum Vertragsende muss der Grabnehmer das Grab auf eigene Kosten abräumen oder Dritte damit beauftragen. Abräumen bedeutet entfernen von Grabstein oder -platte einschließlich Umfassung und deren anschließende fachgerechte Entsorgung. Bei Nichteinhaltung des Räumungstermines erfolgt die Räumung auf Kosten des Grabnehmers. Der Tierfriedhof unterliegt hierbei keiner Aufbewahrungspflicht des vorgefundenen Grabzubehörs. Eine Entschädigung hierfür wird nicht geleistet.

  5. Umbettungen innerhalb des Tierfriedhofes sind nach Absprache gegen Kostenersatz zuge-lassen. Umbettungen auf einen anderen Tierfriedhof oder ein Privatgrundstück sind nur mit Zustimmung des Betreibers möglich. Die Ausführung obliegt ausschließlich dem für den Marburger Tierfriedhof zuständigen Tierbestatterpersonal. Die Kosten für die Umbettung trägt der Pächter. Eine Rückerstattung von Pachtkosten ist ausgeschlossen. In Ausnahmefällen dürfen unbedingt notwendig werdende Umbettungen von der Tierfriedhofsverwaltung nur nach vorhergehender Verständigung des Nutzungsberechtigten durchgeführt werden.

  6. Die Pachtdauer für eine Grabstelle beträgt mindestens 3 Jahre. Eine Verlängerung ist möglich. Die Preise hierfür entnehmen sie der jeweils gültigen Tierfriedhofspreisliste.

  7. Die Nutzungsentgelte für den jeweiligen Nutzungszeitraum sind spätestens 14 Tage nach der Einerdung zu entrichten.

 

 

BESTATTUNG

  1. Der Betreiber setzt den Zeitpunkt und den Ablauf der Bestattungshandlung unter Berück-sichtigung der Wünsche der Tierhalter fest.

  2. Der Betreiber, oder von ihm beauftragte Dritte, sind ausschließlich für den Aushub der Gräber zuständig und für den Marburger Tierfriedhof zugelassen. Auf Wunsch kann der Tierhalter das Grab mit der dafür vorgesehenen Erde selber schließen.

  3. Es dürfen nur Särge oder sargähnliche Gebilde aus wasserdurchlässigem Material ( Karton, Pappe, Weicholzarten etc.) verwendet werden. Die Behältnisse und deren Ausstattung dürfen keine schwermetallhaltigen Zusatzstoffe, Imprägnierstoffe, Holzschutzmittel, halogenor-ganische Verbindungen und nichtverrottbare Kunststoffe enthalten.
  4. Das tote Tier wird wahlweise in einem Tiersarg (aus den wie vor beschriebenen Materialien) oder mit Juteleinen umwickelt oder frei liegend beerdigt.

  5. Tote Tiere dürfen nur, mit Rücksicht auf den Zersetzungsprozess, welcher vom Tag der Bestattung an gerechnet wird, je nach Größe des Tieres zwischen 5 bis 7 Jahren, in Tücher aus Naturfasern gehüllt, in Behältnissen welche einer raschen und problemlosen Verrottung unterliegen, der Erde überlassen werden. Behältnisse aus Metall, Kunststoffen oder vergleichbaren Materialien sind nicht zulässig.

  6. Tiere die aufgrund einer ansteckenden Krankheit bzw. Seuche verstarben oder eingeschläfert wurden, können und dürfen aus rechtlichen Gründen nicht bestattet werden. Bitte Bescheinigung des Tierarztes vorlegen, dass nichts dergleichen vorlag.

  7. Grabbeigaben wie zum Beispiel das Lieblingsspielzeug, sind in begrenzter Form zulässig.

  8. Eine Mehrfachbelegung der Grabstelle ist nach Absprache mit der Tierfriedhofsverwaltung möglich.

  9. Illegale Tierablagerungen sind nicht erlaubt und werden gemäß Gesetz geahndet.

  10. Bei widrigen Witterungsverhältnissen können Tierkörper zur Einlagerung im Kühlraum des Tierfriedhofes bis zu einem späteren Begräbniszeitpunkt aufgehoben / abgegeben werden.

  11. Alle Tiere die im sogenannten “Notfallzeitraum” zur Bestattung gelangen, werden grund-sätzlich im Kühlraum gelagert bis der Beerdigungstermin stattfinden kann.

  12. Für Urnen gilt für die Erdbestattung das Vorhergehende, bei einer Kolombariumsbeisetzung sind die Materialfestlegungen ohne Bedeutung.

 

GRABSTELLE

  1. Das Herrichten, die Unterhaltung und jede Änderung der gärtnerischen Anlage außerhalb der Grabstellen obliegt ausschließlich dem Betreiber.

  2. Der Marburger Tierfriedhof stellt mehrere Arten von Grabstellen zur Verfügung. Der Tierbe-sitzer kann wählen zwischen Reihengrab, Einzelgrab oder Gemeinschaftsgrab.

  3. Die Grabstätte bleibt Eigentum der Stadt Marburg. An ihnen können lediglich Nutzungsrechte und Pachtzeiten nach dieser Satzung und der jeweils gültigen Preisliste des Marburger Tier-friedhofes erworben werden.

  4. Für die Bewässerung ist gesorgt.

  5. Andere als durch den Betreiber aufgestellte Sitzgelegenheiten sind nicht statthaft.

  6. Die Pachtgrabstätten sind vom Nutzungsberechtigtem oder einem von ihm Beauftragten dauernd in ordentlichem Zustand zu halten.

  7. Wird ein Grab nicht ordnungsgemäß gepflegt, hat der Grabpächter auf schriftliche Aufforder-ung des Marburger Tierfriedhofes innerhalb einer angemessenen Frist die Grabstätte in Ordnung zu bringen. Zusätzlich erfolgt ein zweimonatiger Hinweis auf dem Grabfeld. Wird die Aufforderung nicht befolgt, kann das Grab vom Betreiber geräumt und beseitigt werden. Damit einhergehend wird auch das Nutzungsrecht entschädigungslos entzogen. Die mit der Entziehung des Nutzungsrechtes anfallenden Kosten trägt der Nutzungsberechtigte

  8. Die Verpflichtung zur Pflege erlischt mit dem Ablauf des Nutzungsrechtes.

  9. Die Bepflanzung der Grabstellen sollte mit Gewächsen versehen werden die weder die Breite des Grabes noch eine Höhe von max. 1,0 Meter überschreiten.

  10. Die Grabstelle darf nicht mit Kieselsteinen, Split oder ähnlichem bestreut werden! Bei nicht-bepflanzten Grabflächen sind vorzugsweise Rindenmulch oder Tannenreisig zu verwenden!

  11. Verwelkte Blumen oder ähnliches sind von den Grabstätten zu entfernen und an den dafür vorgesehenen Plätzen abzulagern. Das gleiche gilt für Müll, der in den bereitgestellten Behältern getrennt zu entsorgen ist.

  12. Bei Grabarbeiten innerhalb der Grabstelle ist darauf zu achten, dass die Grabtiefe nur 20 cm ( 1 Spatentief) sein darf.

  13. Das Gemeinschaftsgrab (anonymes Grab) darf nicht bepflanzt oder mit Gedenksteinen oder -tafeln versehen werden. Es ist jedoch möglich, eine kleine mit dem Tiernamen und/oder Sterbedatum beschriftete Metallplatte oder Porzellanbild an den Gedenkstein anzubringen. Die Kosten werden gesondert abgerechnet. Die Pflege und Bepflanzung der Gemeinschafts-anlage sind im Erwerbsentgelt enthalten. Blumen und Lichter dürfen lediglich auf die dafür vorgesehenen Stellen abgelegt werden. Die Rasenfläche dient nicht der individuellen Gestaltung.

  14. Als Grabumfassung dürfen nur natürliche Materialien aus Holz oder Stein genutzt werden. Zulässig sind Grabplatten, -steine und kleine Findlinge. Die Höhe sollte maximal 50 cm nicht überschreiten. Die Grabplatte darf die Abmessungen der Grabstelle nicht überschreiten. Treten Gefährdungen für andere Personen oder Tiere auf, werden vom Betreiber Sicherungsmaßnahmen getroffen. Dies kann zu Lasten des Nutzungsberechtigten geschehen

  15. Auf Reihen- und Einzelgrabstellen darf pro Grab nur ein Grabmal gestellt werden. Die Er-richtung von Grabmalen und baulichen Anlagen auf Grabstätten sowie deren Veränderung oder Entfernung bedarf der Genehmigung des Betreibers. Der Antrag ist rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten durch den Inhaber des Nutzungsrechts oder seinem Beauftragten beim Betreiber zu stellen. Der Antrag muss eindeutige Aussagen zur Gestaltung des Grabmales in Bezug auf Größe, Form und verwendetes Material haben. Einzel- und Reihengräber sind mit einer Umfassung zu versehen, sie kann in Holz oder Naturstein ausgeführt werden.

  16. Grabmale und sonstige Grabausstattungen müssen standsicher sein. Sie sind entsprechend den Regeln des Handwerks zu fundamentieren, wobei die Besonderheiten des Standortes (wasserführende Schichten und Hanglage) bei der Fundamentierung zu berücksichtigen sind.

  17. Entsprechen Grabmale oder bauliche Anlagen nicht der erteilten Genehmigung oder wurden sie ohne Genehmigung errichtet, so werden sie, nach Ablauf eines befristeten Zeitraumes zur Herstellung der Rechtmäßigkeit, zu Lasten des Verantwortlichen entfernt.

 

ORDNUNGSVORSCHRIFTEN

  1. Jeder hat sich der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten!

  2. Den Weisungen des Betreibers und/oder dessen Beauftragten ist Folge zu leisten!

  3. Gewerbliche Arbeiten bedürfen der schriftlichen Genehmigung durch den Betreiber.

  4. Chemikalien gegen Pflanze und Tier sind, soweit möglich, zu vermeiden.

  5. Die Tierfriedhofsordnung ist Grundlage für die Grabnutzungs- und –pachtverhältnisse. Sie ist Bestandteil der Tierfriedhofspreisliste und der Allgemeinen Geschäfts Bedingungen (AGB„s).

  6. Es ist untersagt den Tierfriedhof, seine Anlage und Einrichtungen zu verunreinigen oder zu be-schädigen, sowie Rasenflächen und Grabstätten zu betreten.

  7. Mitgebrachte Tiere sind an der Leine zu führen! Hundehalter müssen den abgesetzten Kot ihres Tieres entfernen.

  8. Kindern untern 8 Jahren ist der Besuch/Aufenthalt auf dem Tierfriedhof nur in Begleitung Erwachsener gestattet!

  9. Es ist nicht gestattet die Besucher oder den Bestattungsbetrieb zu gefährden, zu stören oder zu belästigen.

  10. Sachbeschädigung, Vandalismus und Diebstahl wird nach dem Gesetz geahndet.

  11. Waren und gewerbliche Dienste dürfen nicht angeboten werden, mit Ausnahme wenn sie mit der Würde und den Erfordernissen des Tierfriedhofes zu vereinbaren sind.

  12. Druckschriften, Plakate, Hinweise, Reklameschilder, Anschläge und dergleichen dürfen weder verteilt noch angebracht werden.

  13. Besondere Gestaltung des Begräbnisses ( z.B. Spielmannszüge, Fahnenaufzüge, Jagdhorn-bläsergruppe etc. ) sind nach vorheriger Genehmigung durch die Tierfriedhofsverwaltung zulässig.

  14. Das Abhalten von Veranstaltungen auf dem Tierfriedhof, insbesondere Gedenkfeiern, bedarf der Zustimmung der Tierfriedhofsverwaltung. Der Antrag ist mindestens 10 Tage vorher schriftlich, unter Angabe der Teilnehmerzahl bei der Tierfriedhofsverwaltung zu stellen.

  15. Es ist nicht erlaubt, ohne Zulassung des Tierfriedhofes, gewerblich zu fotografieren.

  16. Fahrräder oder sonstige Fahrzeuge dürfen innerhalb der Umzäunung des Tierfriedhof-geländes nicht abgestellt bzw. gefahren werden. Davon ausgenommen sind Rollstühle.

  17. Die gewerbliche Tätigkeit auf dem Tierfriedhof bedarf der Zulassung durch den Betreiber. Zu-gelassen werden nur solche Gewerbetreibende die in fachlicher, betrieblicher und persönlicher Hinsicht zuverlässig sind und außerdem dem Zweck des Tierfriedhofes dienen.Die Gewerbetreibenden und ihre Beauftragten haben die Tierfriedhofsordnung und die dazu ergangenen Regelungen zu beachten! Die Gewerbetreibenden dürfen nur die Tierfriedhofs-wege zur Ausübung ihrer Tätigkeit und nur mit geeigneten Fahrzeugen befahren. Bei Ver-stößen gegen die Tierfriedhofsordnung kann der Betreiber die Zulassung auf Zeit oder auf Dauer entziehen. Die Gewerbetreibenden haften für alle Schäden die sie verursachen. Vor-aussetzung für die Zulassung ist der Nachweis einer Haftpflichtversicherung. Für nachstehend aufgeführte Berufe gelten darüber hinaus besondere Voraussetzungen: Gärtner/innen müssen den Nachweis erbringen, dass gärtnerische Arbeiten durch eine Fachkraft ausgeführt oder überwacht werden, die mindestens die Gehilfenprüfung des Aus-bildungsberufes “Gärtner/in” abgelegt hat.Steinmetze und Steinbildhauer/innen müssen in die Handwerksrolle eingetragen sein. Die Zulassung wird allgemein für ein Kalenderjahr erteilt und verlängert sich jeweils um ein Kalenderjahr, solange die Voraussetzungen weiterhin vorliegen. Die für die Arbeiten erforderlichen Werkzeuge, Materialien und Fahrzeuge sind nach der Arbeit vom Tierfriedhof zu entfernen. Nach Beendigung und/oder Unterbrechung der Tagesarbeit sind die Arbeits-plätze in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bringen. Die Gewerbetreibenden dürfen auf dem Tierfriedhof nur organischen Abraum aus der Tätigkeit vor Ort ablagern. Gewerbe-treibenden die trotz zweimaliger Mahnung gegen die Vorschriften verstoßen oder bei denen die Voraussetzungen ganz oder teilweise nicht gegeben sind, kann die Tierfriedhofsver-waltung die Zulassung auf Zeit oder Dauer entziehen. Bei schwerwiegenden Verstößen ist eine Mahnung entbehrlich. Gewerbliche Arbeiten dürfen nur während der von der Tierfried-hofsverwaltung festgelegten Zeiten durchgeführt werden. Die Tierfriedhofsverwaltung kann von den vorstehenden Vorschriften Ausnahmen zulassen.

 

HAFTUNG

    Der Marburger Tierfriedhof haftet nicht für Schäden die durch satzungsgemäße Benutzung des Tierfriedhofes und seiner Anlage, durch dritte Personen, durch Tiere oder durch höhere Gewalt verursacht werden. Das gleiche gilt für Diebstahl und Vandalismus. Dem Tierfriedhof obliegen keine Obhut- und Überwachungspflichten. Der Tierfriedhof haftet nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit durch das Friedhofspersonal gegenüber dritten.

 

INKRAFTTRETEN

    Mit dem heutigen Tag tritt die Tierfriedhofsordnung in Kraft. Marburg, 03.Januar 2011

 

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